THS

Man könnte Turnierhundsport (kurz THS, früher auch als „Breitensport“ bekannt) auch als „Leichtathletik mit Hund“ bezeichnen.
Diese Sportart setzt nicht nur eine enorme Kondition des Hundes, sondern auch gleichzeitig seines Hundeführers voraus.

THS ist grundsätzlich für Menschen jeden Alters und für Hunde aller Rassen möglich.

Unter dem Oberbegriff werden, ähnlich wie in der Leichtathletik, eine Reihe von eigenständigen Disziplinen zusammengefasst, die aber nicht zwangsmäßig ALLE betrieben werden müssen.

Das Zulassungsalter der Hunde beträgt 15 Monate.

Doch die Klassen, in denen gestartet wird, richten sich nach Alter und Geschlecht der Hundeführer/innen.

Davon gibt es acht:

  • Jüngstenklasse
    Von dem Tage an, an dem der Jugendliche den Hund ohne Fremdhilfe zum Start führen kann bis zu dem Kalenderjahr, in dem das 10. Lebensjahr vollendet wird.
  • Jugendklasse
    Ab dem Kalenderjahr , wo das 11. Lebensjahr vollendet wird.
  • Juniorenklasse
    Ab dem Kalenderjahr, wo das 15. Lebensjahr vollendet wird
  • Aktivenklasse A
    Ab dem Kalenderjahr, wo das 19. Lebensjahr vollendet wird.
  • Aktivenklasse B
    Ab dem Kalenderjahr, wo das 30. Lebensjahr vollendet wird.
  • Altersklasse A
    Ab dem Kalenderjahr, wo das 41. Lebensjahr vollendet wird.
  • Altersklasse B
    Ab dem Kalenderjahr, wo das 51. Lebensjahr vollendet wird.
  • Seniorenklasse
    Ab dem Kalenderjahr, wo das 61. Lebensjahr vollendet wird

Der Turnierhundsport ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Er bietet folgende Wettkampfarten:

Vierkampf ( 1 und 2):

Die Königsdisziplin in dieser Sportart, oder anders gesagt: was der Zehnkampf in der Leichtathletik darstellt, ist der Vierkampf im Bereich Turnierhundsport.

Insgesamt gehören die Übungsteile:

  • Unterordnung / Gehorsam
  • Hindernislauf
  • Slalom
  • Hürdenlauf

zu dieser Art Körperertüchtigung für Mensch und Hund.

1. Unterordnung / Gehorsam

Ohne Gehorsam läuft im Hundesport gar nichts, also gehören die Leinenführigkeit, Freifolge, Sitz- und Platzübung und beim Vierkampf 2 auch die Stehübung selbstverständlich als ein Übungsteil zum Vierkampf.

  • Leinenführigkeit:

Fussarbeit mit dem angeleinten Hund (Tempowechsel, Wendungen, Anhalten)

  • Freifolge:

Wie oben nur komplett ohne Leine.

  • Sitzübung:

Das möglichst schnelle Hinsetzen des Hundes aus der Bewegung (Fussarbeit) heraus mit anschließendem Abholen vom Hundeführer. Diese Übung erfolgt mit einem nicht angeleinten Hund

  • Platzübung:

Das schnelle und sofortige Hinlegen des Hundes aus der Bewegung heraus mit anschließendem Heranrufen.. Diese Übung erfolgt ebenfalls mit einem unangeleinten Hund.

Beim Vierkampf 2 entfällt die Leinenführigkeit, da der Gehorsamsteil komplett ohne Leine vorgeführt wird und zusätzlich zum „Sitz“ und „Platz“ muss ein „Steh aus der Bewegung“ gezeigt werden.

UO

2. Hindernislauf

Der Hindernislauf findet auf einer 75 m langen Bahn statt, wo 8 verschiedene Hindernisse in einer bestimmten Reihenfolge für den Hund zu überwinden sind. Der Hundeführer legt einen ordentlichen Sprint hin und versucht, sich der Schnelligkeit des Hundes so gut wie möglich anzupassen.

Hierbei gibt es 2 Durchgänge. Folgende Hindernisse sind dabei festgelegt:

  • Hürde
  • wahlweise Treppe oder Schrägwand
  • Tunnel
  • Laufsteg
  • Tonne (wird übersprungen)
  • Reifen (wird durchsprungen)
  • Hoch – Weit – Sprung
  • Hürde

Kaum zu glauben, aber trotz aller zu überwindenden Hindernisse ist der Hund meistens noch eher am Ziel als Herrchen / Frauchen und die ringen - dort angekommen - ganz schön nach Luft, spätestens nach dem zweiten Wertungsdurchgang.

Beim Vierkampf 2 gibt es sogar Fehlerpunkte, wenn der Hund zu weit vor oder hinter dem Hundeführer läuft. Er soll beim Überwinden der Hindernisse möglichst auf gleicher Höhe mit seinem Menschen sein. Das erfordert eine unheimliche Disziplin und hohen Gehorsam!

Hindernisbahn

3. Slalomlauf

Gemeinsam mit seinem Hund durchläuft der Hundeführer einen mit Stangen gesteckten Zick - Zack - Kurs. Hierbei gibt es je ein Start und ein Zieltor sowie 5 weiteren Toren dazwischen. Die Gesamtlänge der Strecke misst 45 Meter. Bei dieser Disziplin gibt es 2 Durchgänge, die beide jeweils mit oder ohne Leine auszuführen sind.

Slalom

4. Hürdenlauf

Der Hundeführer muss gemeinsam mit seinem Hund eine Hindernisbahn von 50 m. Länge bewältigen. Auf dieser Strecke befinden sich 3 Hindernisse von 40 cm Höhe. Der Hundeführer muss auf der rechten Seite parallel zum Parcour mitlaufen, während der Hund die Hindernisse möglichst auf Höhe seines Hundeführers überspringt (er darf nicht vorlaufen!).

Die Gesamtzeit von 2 Durchgängen fließt in die Gesamtwertung ein. 

Hürdenlauf

Der Hürdenlauf des Vierkampf 2 besteht aus nur einem Durchgang auf einer Strecke von 2 mal 40 m, garniert mit insgesamt 6 Hürden. Die Anforderungen an die Sportlichkeit des Hundeführers werden hier gesteigert. Im Vierkampf 2 muss der Hundeführer ebenfalls die Hürden im Sprung bewältigen.

Hierbei gibt es eine Hin und Rücklaufstrecke, welche durch eine 1 m breite Gasse voneinander getrennt sind. Außerdem gibt es eine Wendestange, welche umrundet werden muss.

Ja und da können beide Fehler machen, Zeit- wie Gerätefehler. Hundeführer und Hund müssen auch hier zeigen, dass sie ein Team sind.

Vorrausetzung zum Aufstieg in den Vierkampf 2:

  • 54 Punkte in der Gehorsamsübung des Vierkampf 1
  • Für den ersten Start im VK 2 Muss der Hundeführer eine geforderte Punktezahl (seiner Altersklasse entsprechend) dreimal nachweisen können.
  • Der Hund sollte alle 4 Prüfungsteile ohne Leine bewältigen können.

Geländelauf

Da fast jeder gesunde Hund, egal ob Rassehund oder Mischling, gross oder klein, von sich aus die Voraussetzungen zum Lauftraining mitbringt, ist der Einstieg in diese THS Disziplin verhältnismässig einfach..

Es kann in 2 verschiedenen Streckenlängen gestartet werden:

  • 2000 m
  • 5000 m

Die Laufstrecke, häufig durch Wald und Flur und selten asphaltiert, wird mit angeleinten Hund bewältigt. Im Idealfall läuft der Hund ohne zu ziehen oder zu zerren an lockerer Leine neben seinem Zweibeiner. Auch hier sind - wie in den anderen Disziplinen - Gehorsam und sozialverträgliches Verhalten des Hundes Grundlage und Garant für Spaß und Erfolg.
 

Hindernislaufturnier

Eine ideale Möglichkeit in den Wettkampfsport einzusteigen.

Der Hindernislauf aus dem Vierkampf wird als eigenständige Disziplin ausgeführt.

Die Wertung wird in dieser Disziplin um ein zusätzliches Unterscheidungsmerkmal, der Größe des Hundes, erweitert.

Hunde bis 50 cm (Gruppe 1) und solche ab 50 cm Schulterhöhe (Gruppe 2) laufen in getrennten Klassen gegeneinander.

Hindernisbahn

Folgende Hindernisse werden für die Gruppe 2 (große Hunde) verändert:

Die beiden Hürden und der Hoch – Weit – Sprung werden erhöht.

CSC - Combinations-Speed-Cup

CSC ist eine Mannschaftsdisziplin, eine Mannschaft besteht hierbei aus drei Hund / Mensch - Teams.

Wenn ein CSC - Parcours aufgebaut wird, gibt es richtige Wettkampfstimmung.

Alle drei Hundeführer sind mit ihren Hunden am Start. Hier geht es um Tempo, Gehorsam, Sozialverträglichkeit der Hunde - trotz hoher Anspannung - und um Führigkeit. Der Parcours ist in drei Sektionen, gespickt mit Hindernissen, Slalomtoren und Wendestangen aufgeteilt und jeder Hundeführer steht mit seinem Hund an der ihm zugewiesenen Startposition und darf dort erst dann loslaufen, wenn der vorherige Läufer sein Ziel erreicht hat. Ähnlich den Staffelläufen in der Leichtathletik, jedoch ohne Staffelübergabe, laufen die Spielregeln des CSC.

CSC

Shorty

Der Shorty ist die Kurz - Variante vom CSC und ebenfalls ein Mannschaftswettbewerb.

Hierbei treten je zwei Zweierteams gegeneinander an.
Der Parcour wird hierbei in zwei Sektionen geteilt.

Zwei sich kreuzende Hindernisbahnen stellen die Anforderung an die Teams dar.

shorty

QSC -Qualifikations Speed Cup

Beim QSC gibt es zwei identisch aufgebaute, parallel zueinander verlaufende Hindernisparcoure.
Gestartet und beendet wird ein Lauf beim QSC auf einem Tisch. Nach dem Startkommando (Trillerpfeife) muss der Hund über acht aufgebaute Hindernisse und durch / um die Streckenmarkierung, welche aus Toren und Stangen besteht. Der Hundeführer läuft hierbei mit dem Hund mit.
Gestartet wird beim QSC nach dem k.o - Prinzip. Jeweils der Sieger der zwei gegeneinander antretenden Teams kommt eine Runde weiter.

qsc

Einige Textteile entnommen vom DVG und Hundesport - Info